Home
Lisa Kowalski
Praxis
Behandlung
Homöopathie
Bachblüten
Triple P-Beratung
Babymassage
Heilende Wickel
Hausmittel
Kinderernährung
Rezepte Beikost
 Kurse / Termine
Filme
Links
Kontakt
Impressum
Kinderernährung

Auf dieser Seite finden Sie Tipps und Informationen sowie Rezepte
zur Ernährung im ersten Lebensjahr.

Bei meiner langjährigen Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern stoße ich immer wieder auf Fragen der Eltern zum Thema Beikost:
Wann, wie und was wird zugefüttert? Selbstgekocht oder Fertigkost? Vegetarisch oder mit Fleisch? Allergieprävention? Welche Nährstoffe braucht das Kind?
Deswegen biete ich seit einiger Zeit Seminare zu diesem Thema im Geburtshaus Wuppertal e.V. und im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke an.
Zusätzlich habe ich an Fortbildungen zur Beikost teilgenommen.

Beim Säugling sind u. a. der Magen-Darm-Trakt und die Nieren noch nicht voll ausgebildet und reifen im Verlauf des ersten Lebensjahres.
Ebenso wird ein Teil der Verdauungsenzyme erst nach und nach vermehrt produziert.
Darum können viele Nahrungsmittel in dieser Zeit noch nicht gut verstoffwechselt bzw. verdaut werden, manche Nahrungsmittel verursachen körperliche Beschwerden und andere fördern allergische Reaktionen.
Deshalb erfordert die Ernährung des Säuglings äußerste Sorgfalt.
Zudem sollten Allergien und deren Vermeidung beachtet werden.
Außerdem sollte Breikost erst gefüttert werden, wenn die Mundmotorik soweit entwickelt ist, daß festere Nahrung von den Lippen in Richtung Rachen transportiert werden kann.

Die Rezepte für die Breie zur Beikosteinführung finden Sie auf der Seite Rezepte Breie

             Hier klicken, um die Filme anzusehen:

                 Interview zu Thema Einführung der Beikost:
                
http://www.urbia.de/tv/?date=191108&mv=1

           
                                 Film: So wird der Brei zubereitet:
              
http://www.urbia.de/tv/?date=261108&mv=2        

Ernährungsfahrplan im 1. Lebensjahr

1. Empfehlungen zur Allergieprävention

1. - 6. Monat

nach Bedarf ca. 6x tgl. Milchmahlzeit

Muttermilch oder Muttermilchersatz (Pre-Nahrung)

6. - 7. Monat

1. Beikostmahlzeit


2. Beikostmahlzeit

mittags: mit wenigen Löffeln Gemüse (siehe Info zu Gemüse unten)
beginnen, langsam steigern (zusätzlich noch Milch anbieten).
Nach 1 Woche Gemüsesorte wechseln.
Ab 3. Woche Kartoffeln dazu.
Kartoffeln können langsam durch Getreideflockenbrei ersetzt werden.
1 EL Öl wird hinzugefügt, wenn die Milchmahlzeit vollständig durch die Gemüsemahlzeit ersetzt ist.
Dann ißt das Kind 100 - 200 g, je nach Essverhalten.

abends: Getreideflocken + Wasser (+später Fett) und evtl. Gemüse
vom Mittag. Die Menge langsam steigern.
Nichtgestillte Kinder bekommen einen Milch-Getreidebrei.
(siehe Info zu Getreide weiter unten)

7. - 8. Monat

3. Beikostmahlzeit

nachmittags: Obst -Getreide-Brei 1:1.
Eine Mahlzeit besteht etwa aus
100g gedünstetem Obst + 2 EL Getreideflocken + 1 EL Fett (Butter oder Öl).
Beginn etwa 4 Wochen nach der 1. Mahlzeit.
Wird Obst zu früh gegeben, ißt das Kind häufig kein Gemüse mehr.
(Info zu Obst: siehe weiter unten)
abends + mittags wie bisher, aber mit erweitertem Gemüseangebot + Kräutern
wie Petersilie, wenn gewünscht 1-3x wöchentlich 20g Fleisch (vegetarische Ernährung: siehe unten)

8. - 10. Monat

4. Beikostmahlzeit

vormittags bei Bedarf Obst-Getreide-Brei oder Obst-Zwieback-Brei
Gemüse wird nicht mehr so fein pürriert

10. -12. Monat

 

langsamer Übergang zur Familienkost

2. Allgemeine Ernährungsempfehlungen
 

5. - 7. Monat

1. Beikostmahlzeit

Gemüsebrei mittags

6. - 8. Monat

2. Beikostmahlzeit

milchfreier Getreidebrei oder Milch-Getreidebrei abends

7. - 9. Monat

3. Beikostmahlzeit

Obstbrei oder Obst-Getreide-Brei oder Obst-Zwiebackbrei nachmittags

ab 10. Monat

4. Beikostmahlzeit

5. Beikostmahlzeit

Brotmahlzeit + Milch morgens

Zwischenmahlzeit (Obst, Zwieback, Reiswaffel) vormittags

Gemieden werden sollten  im 1. Lebensjahr (wegen Allergiegefahr und weil der Verdauungstrakt des Kindes noch sehr empfindlich ist):
Frischmilch und Frischmilchprodukte, Soja, Eier,
Nüsse und Samen, Fisch,
Zitrusfrüchte, sehr saures Obst, Erdbeeren, Kiwis und exotisches Obst, Knollensellerie,
Honig, Schokolade / Süßigkeiten, Zucker
Vor dem 7. Monat: kein rohes Obst.
Vor dem 8. Monat:  sollten Spinat, Mangold, Tomaten und Rote Beete nicht gegeben werden. Sie enthalten teilweise hohe Mengen Oxalsäure.
In den ersten 2 Monaten der Beikost sollten kein Salz und keine Gewürze verwendet werden, (Kräuter sind erlaubt).
Beim Übergang zur Erwachsenenkost sollte nach wie vor sparsam gesalzen und gewürzt werden.
 
Allgemeines /  Ergänzendes:
Während eine Mahlzeit nach der anderen eingeführt wird (siehe Plan), bekommt der Säugling zu den anderen Mahlzeiten wie bisher Muttermilch bzw. Flaschenmilch.
Wird der Säugling weniger als zweimal gestillt, muss Milchersatz gegeben werden (siehe Milchprodukte weiter unten).
Jeweils nur 1 neues Nahrungsmittel einführen (mind. 3-4 Tage).
Ziel ist eine ausgewogene Vollwertkost. Anfangs werden aber alle Nahrungsmittel so vorbereitet, daß sie für den Säugling verträglich sind (Getreideflocken statt volles Korn, Dünsten statt rohkost, Schälen, etc)
Bei Getreideprodukten und manchen Obst- und Gemüsesorten sind die meisten Allergene in der Schale enthalten. Zuerst die geschälte Form (z.B. weißer Reis, weiße Nudeln) ausprobieren, dann die Vollkornprodukte (die natürlich mehr Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe enthalten).
In den ersten 2 Monaten der Beikost sollten kein Salz und keine Gewürze verwendet werden, Kräuter sind erlaubt. Beim Übergang zur Erwachsenenkost sollte nach wie vor sparsam gesalzen und gewürzt werden.
Nahrungsmittel, die ein anderes Familienmitglied nicht verträgt, sollten zunächst weggelassen werden
Das Lebensmittelangebot sollte zur Allergieprophylaxe eher einseitig gehalten werden.
Auf Inhaltsstoffe von Fertignahrung achten, allergene Stoffe meiden.
Manche Nahrungsmittel, die roh beim Kind Beschwerden auslösen, verträgt es in gekochter Form. Bei Allergien in der Familie: kein rohes Obst, keine Rohkost im 1. Lebensjahr

Gemüse:
Günstige Sorten für den Anfang sind: Pastinaken, Kürbis (Hokaido), Möhren, Zucchini (schälen + Kerne entfernen), Kartoffeln.
Danach folgen: Blumenkohl, Broccoli, Kohlrabi, Fenchel.
Nitratreiche Gemüse wie Kohlrabi, Rote Beete sollten aus biologischem Anbau sein, da dann der Nitratgehalt wesentlich geringer ist.
Bei Spinat ist der Nitratgehalt auch bei biologischem Anbau hoch.
Generell wird Gemüse aus biologischem Anbau empfohlen, da dann die Belastung für das Kind nicht so hoch ist.

Obst:
Milder Apfel oder Birne gedünstet
Vor dem 7. Monat sollte kein rohes Obst gegeben werden, bei allergiegefährdeten Kindern erst 1-2 Monate später.
Die Verwendung von Banane ist beliebt, aber umstritten.
Möglichst frisches, reifes, einheimisches Obst der Saison geben.
Apfel ist roh gerieben günstig bei Durchfall und gekocht günstig bei Verstopfung.
Melone, Aprikose + Pfirsich + Beeren ab 8. Monat.
Kirschen + Pflaumen können Bauchbeschwerden verursachen.

Getreide:
Geeignet sind Reis, Mais, Hirse und Buchweizen.
Reis und Hirse gibt es als Instant-Flocken, d. h., sie brauchen nicht gekocht zu werden.
Reisflocken und Hirseflocken sind ideal für den Beginn, danach Dinkelprodukte.
Glutenhaltige Getreide wie Hafer, Gerste, Weizen und Roggen sollten nicht zu Anfan gegeben werden, wegen der Gefahr der Zöliakie und einer evtl. frühen Sensibilisierung.
Ab 7./8. Monat kann dann Hafer (auch als Schmelzflocken-Instant) gegeben werden, danach Dinkelflocken. Bei allergiegefährdeten Kindern 1 – 2 Monate später.
Grieß gibt es aus Mais, Dinkel und Weizen.
Buchweizen ist kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs und bestens als Getreideersatz geeignet, da ohne Gluten aber mit vielen Nährstoffen, Aminosäuren+Eisen.

Getränke:
Das allerbeste Getränk ist Wasser.
Wasser sollte nach allgemeinen Empfehlungen calciumreich (>150 mg) und natriumarm (< 50 mg) sein (z. B. Assindia, Steinsiecker, Babywasser).
Nach alternativen Empfehlunhgen sollten nicht zu viele anorganische Verbindungen enthalten sein.
Auf jeden Fall ohne Kohlensäure, da diese den Körper übersäuert.
Tees sind erlaubt (z. B. Fencheltee, Holunderblütentee, Melissentee).
Saft sollte sehr sparsam und eher selten und mit Wasser verdünnt gegeben werden.

Fleisch:
Allgemeine Empfehlung lautet: ab 6. Mon. 2x pro Woche Fleisch zufüttern wegen Eisenbedarf und Eiweiszufuhr
Fleisch ist für das Gedeihen des Babys nicht erforderlich, solange bewußt auf die Versorgung mit anderen Eisenquellen geachtet wird, bei einer ausgewogenen Vollwerternährung.
Schadstoffe, Gifte, Zusatzstoffe, Krankheitserreger im Fleisch sollten bedacht werden. Eine stark fleischorientierte Ernährung entzieht dem Körper das für die Knochenentwicklung des Kindes benötigte Calcium.

Eisen:
Vitamin C hilft Eisen besser zu verwerten.
Eisenhaltige Lebensmittel: Fenchel, Brokkolie, Petersilie, Möhren, Schwarzwurzel,
Hirse, anderes Getreide wie Hafer (-flocken), Grünkern, Naturreis, Weizenkeimlinge, Buchweizen, Weizen, Roggen, Amaranth,
Mangold, Feldsalat, Grünkohl, Endiviensalat, Spinat, Rote Beete, Linsen, Erbsen, Kichererbsen, (getrocknete) Aprikosen, Datteln, Pflaumen, Rosinen, Tofu, Mandelmus, Sesam(-mus), Sonnenblumenkerne, Pistazien, Traubensaft, Zuckerrübensirup, Orangensaft, Sanddornmus
Säuglingsnahrungspulver ist angereichert mit Eisen
Eisenbedarf im Alter von 4-12 Monaten: 8 mg

Vitamin C:
verbessert die Eisenaufnahme aus der Nahrung.
Ist enthalten in:
Petersilie,  Fenchel, Brokkolie, Rosenkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Paprika, Grünkohl, Weißkohl, Feldsalat, Johannisbeeren, Kiwi, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Orangen, Apfel, Banane, Sanddornbeeren, Johannisbeeren

Calcium:
ist enthalten in: Milch, Milchprodukten, Sesam, Brokkolie, Grünkohl, Mineralwasser, Grüngemüse, Fenchel, Mangold, Kohlrabi, Kürbis, Aprikosen,Vollkornbrot, Getreide (Hafer, Dinkel), Mandeln, Hülsenfrüchte, Nüsse.
Calciumbedarf im Alter von 4 bis12 Monaten: 400 mg/Tag

Fett: Fettzugabe in Selbstgekochte Breie + Gläschen ist wichtig.
Fett ist wichtig für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
Am besten (kaltgepresste) Öle von heimischen Früchten: Sonnenblumen, Leinsaat, Mais, Raps, Weizenkeim, Olive,
später auch Sauerrahmbutter, Butter, Sahne verwenden.
Anfangs ein gutes , normales Speiseöl, später ist ein gutes Kaltgepreßtes Öl aus dem Reformhaus oder Bioladen oder dm-Markt besser.
Für 200g Gemüse: 1 Esslöffel Öl = 10g
Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind wertvoller.
Mandelmus eignet sich gut als Fett-Träger für Getreide-Obst-Brei. Er hat einen nussigen Geschmack und enthält Eisen und viele Nährstoffe.

Gläschenkost:
Anfangs nur Monoprodukte füttern, d. h. Produkte mit möglichst wenig Zutaten (z.B. nur Pastinaken + Wasser oder nur Kürbis + Reis + Wasser).
Zutatenliste lesen, ob unverträgliche Zusatzstoffe enthalten sind.
Bei der Altersangabe + 2 Monate rechnen.
Gläschen + Selbstgekochtes können parallel angeboten werden, um den Geschmack nicht nur auf eine Ernährungsform zu fixieren

Eiweiß:
ist enthalten in Milchprodukten, Fleisch, Soja, Kartoffeln, Hülsenfrüchten

Milchprodukte
2Milchmahlzeiten täglich sind nötig, um den Bedarf zu decken (Stillen, Milchbrei etc.)
Kinder mit Allergien bzw. Allergiegefährdung sollten nach neusten Erkenntnissen im 1.Lebensjahr keine Kuhmilchprodukte essen.
Solange ein Kind zusätzlich zu den Mahlzeiten gestillt wird bzw. Flaschennahrung bekommt, wird es ausreichend mit Milch versorgt.
Bei kuhmilchfreier Ernährung ist auf eine ausreichende Calzium- und Eiweißzufuhr zu achten (siehe oben: Calzium, Eiweiß).
Als Alternative zu Kuhmilchnahrung gibt es Hypoallergene Säuglingsmilch (welche speziell aufgespaltene Eiweißmoleküle aus Kuhmilch enthält) oder Ziegenmilch (welche weniger allergen wirkt, da andere Zusammensetzung der Eiweißmoleküle).
Als Ziegenmilchprodukt empfehle ich Bambinchen-Ziegenmilchpulver, Sunval-Ziegenmilchpulver und Holle-Ziegenmilchpulver, welche als Getränk mit Wasser zubereitet werden oder in den Brei eingerührt werden.
Als Fertigbrei gibt es einen Reis-Ziegenmilchbrei von der Firma
Sunval.
Ansonsten kann jedes Säuglingsmilchpulver auch in den Brei gemischt werden.

 Bei der Einführung der Beikost ist es außerdem sinnvoll, auf Folgendes zu achten:
- keinen Druck beim Essen machen, nicht zum Essen zwingen
- auf eine angenehme Atmosphäre bei den Mahlzeiten achten
- möglichst feste Ess-Zeiten einhalten, auf den Tagesrhythmus achten
- die Mahlzeiten gemeinsam mit dem Kind einnehmen
- Aufmerksamkeit aufs eigene Essen lenken, keine Ablenkungen (Spielsachen, Tageszeitung) beim Essen
- evtl. die Mahlzeiten zusammen mit dem Kind zubereiten
- bei Tisch sitzen bleiben, bis die Mahlzeit beendet ist,
   gemeinsamer Anfang (und Ende) der Mahlzeit
- zum Trinken den Mund vorher mit einer Serviette abwischen
- Kindergeschirr und Kinderbesteck für das Kind
- den Teller nicht überladen
- Essen appetitlich anrichten
- Kinder dürfen auch mal die Nahrung anfassen (wichtig für die Entwicklung)
-bei Ess-Krisen: Pause machen, außenstehende Person füttern lassen, um Konflikt zu lösen

Folgende Fertigprodukte von folgenden Firmen empfehle ich:
Firma Alnatura (dm-Markt): Reisschleim, Dinkelbrei, Hirsebrei, Gemüsegläschen
Firma Sunval: Reisschleim, Hirsebrei, Buchweizen, Reis-Ziegenmilch-Brei, Gemüsegläschen, Ziegenmilchpulver
Firma Holle: Reisschleim, Dinkelbrei, Hirsebrei, Ziegenmilchpulver, Gemüsegläschen
Firma GranoVita (Reformhaus): Reisschleim, Dinkelbrei, Gemüsegläschen
Firma Bambinchen(Dairy Goat Co-operative, Blauer Planet):Bambinchen-Ziegenmilchpulver

Leider kann ich auf meiner Homepage nur begrenzte Informationen geben und umfangreiche Themen wie z.B. Eisenversorgung, Calciumbedarf, Milchersatz und andere nicht weiter ausführen.
Bei jedem Kind sollte der Ernährungsplan individuell gestaltet werden.
Weitere Informationen erhalten sie in meinen Seminaren oder im Einzelgespräch.

Bitte beachten Sie auch die Rezepte für die Beikost auf meiner Homepage.

nach oben